Lobbying für ­Lagerplätze

Mein erstes Pfadilager war 1966 das Bundeslager im Domleschg. Gesamthaft habe ich gegen 20 Sommerpfadilager erlebt. Bei der Pfadi fühlte ich mich wohl. Die besten Kollegen und Kolleginnen sind ehemalige Pfadis. 

Die Lagerberichte meiner Abteilung in der Regionalzeitung lese ich immer mit Interesse. Da wird von Goldgräbern und Goldrausch berichtet, von Häuptling Amup und wie die Schamanen das wilde Gebiet bewohnbar machten. Dass schon nach 2 Tagen das
grosse Dorf mit 15 Schlaf- und 4 Materialzelten, 2 Gemeinschaftszelten und eine grosse Küche aufgebaut war. Dass sogar die Kleinsten versuchten, mit Hammer, Säge und Vorschlaghammer umzugehen. Dass das Pfadigesetz mit einem Schwur vor dem Häuptling aufgefrischt wurde und man versuchte, nach diesem zu leben. Weiter lese ich, dass Etappenprüfungen durchgeführt wurden um die grundlegenden Fertigkeiten der Pfadis in Samariter und Kartenkunde aufzufrischen. 

Die Pfadiidee ist immer noch dieselbe. Das Pfadileben hat sich nicht stark verändert, aber die Vorschriften bezüglich der Benutzung von Lagerplätzen werden immer rigoroser und hemmen das Durchführen von Lagern. Die Schweizerische Pfadistiftung ist neben der Bereitstellung und Beschaffung von Lagerplätzen vermehrt mit Lobbying bei Verwaltung und Behörden beschäftigt. Immer wieder muss um Verständnis für das Durchführen eines Zeltlagers geworben werden. Zum Glück sind viele Altpfadis an Schlüsselpositionen in Politik und Verwaltung. Sie kennen den Wert der Pfadibewegung und wissen, was es braucht, um ein Zeltlager durchzuführen.

Vielen Dank für jegliches Engagement zugunsten der Pfadi!   

Alois Gmür / Spund
Präsident des Stiftungsrats